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13. Januar 2020

Jamaika startet klimaschädlichen E-Roller-Verleih und rauscht mit Doppelmoral in die Spaßgesellschaft

Entgegen einer verbreiteten Meinung weisen E-Roller keineswegs eine positive Klimabilanz auf. Der von der Jamaika-Koalition forcierte Verleih dieser Fahrzeuge ist vielmehr kontraproduktiv bei der Umsetzung von Klimazielen. Dazu erläutert der umweltpolitische Sprecher der Linksfraktion im Saarbrücker Stadtrat, Willi Edelbluth:

„E-Roller sind an sich emissionsfrei, weil sie elektrisch betrieben werden. Allerdings muss der Strom zum Betrieb auch produziert werden. Einer französischen Umfrage unter rund 4000 Nutzern zufolge, nutzen diese ihre elektrischen Roller in Ersatz für Fußwege oder Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wodurch ein höherer Energieaufwand als notwendig verursacht wird.

Gemäß einer Studie der University of North Carolina verursachen E-Roller über ihre gesamte Lebensdauer gerechnet – von der Herstellung über die Nutzung bis zur Verschrottung – ca. 88 – 126 Gramm CO2 pro Kilometer; das ist mehr als ein vollbesetzter Dieselbus! Der größte Negativfaktor ist dabei die Produktion der Fahrzeuge, bei der bereits 50% der oben angesprochenen Belastung anfällt; die Fertigung der Aluminiumrahmen und Akkus ist höchst klimaschädlich. Weitere 43% der Gesamtemissionen kommen durch Ladefahrten von Mietrollern zustande: die Fahrzeuge müssen von Transportern eingesammelt und zur Ladestation verbracht werden.“

Die Klimabilanz von E-Rollern könnte besser sein, so Edelbluth weiter, wenn sie Auto oder Motorrad ersetzen und wenn sie häufig genutzt würden. Tatsächlich liege aber – laut dem amerikanischen Leihanbieter Bird aus Louisiana – die durchschnittliche Nutzungsdauer bei lediglich 29 Tagen im Jahr.

Der Vorsitzende der Linksfraktion, Michael Bleines ergänzt abschließend: „Wir prangern die Doppelmoral der Jamaika-Koalition an, mit der einerseits geplante Bauprojekte abgesagt und Arbeitsplätze gefährdet werden, um Bäume zu schützen, aber andererseits ein zusätzliches Verkehrsmittel unreflektiert für die Spaßgesellschaft eingeführt werden soll, das sich im Einsatz als Klimakiller erweisen könnte. Dazu passt der Umstand, dass zur letzten Stadtratssitzung einige Jamaika-Koalitionäre mit ihren schwarzen Limousinen vorgefahren sind, um drinnen dann die ökologische Wende zu verkünden.“