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12. Februar 2020

Klimaschädlicher E-Scooter-Verleih entlarvt Doppelmoral der Jamaika-Koalition

In der vergangenen Stadtratssitzung wurde mit der Kenntnisgabe eines Mustervertrages für den e-Scooter-Verleih der erste Schritt zur Einführung dieses Verkehrsmittels getan. Der Vorsitzende der Linksfraktion im Stadtrat, Michael Bleines, äußert seine Bedenken zu dem Vorstoß:

„Entgegen einer verbreiteten Meinung weisen E-Roller keineswegs eine positive Klimabilanz auf, sondern sind vielmehr klimaschädlich. Produktion, Betrieb und Entsorgung kosten Ressourcen und Energie. Die durchschnittliche Nutzungsdauer eines Leih-Scooters beträgt dabei lediglich 29 Tage, bevor er ausgemustert und verschrottet wird; alle dreißig Tage muss also ein neues Gerät her.

Gemäß einer Studie der University of North Carolina verursachen E-Roller über ihre gesamte Lebensdauer gerechnet ca. 88 – 126 Gramm CO2 pro Kilometer; das ist mehr als ein vollbesetzter Dieselbus! Der größte Faktor ist dabei die Produktion der Fahrzeuge, bei der bereits 50% der oben angesprochenen Belastung anfällt; die Fertigung der Aluminiumrahmen und Akkus ist höchst klima- und umweltschädlich. Weitere 43% der Gesamtemissionen kommen durch Ladefahrten zustande: die Mietroller müssen von Transportern eingesammelt und zur Ladestation verbracht werden.“

Die Klimabilanz von E-Rollern könnte besser sein, so Bleines weiter, wenn sie Auto oder Motorrad tatsächlich ersetzen würden. In der Praxis würden die elektrischen Roller einer französischen Studie zufolge aber vorwiegend in Ersatz für Fußwege oder Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln genutzt, was einen zusätzlichen und vermeidbaren Energieverbrauch verursache.

„Wir prangern die Doppelmoral der Jamaika-Koalition an, mit der einerseits geplante Bauprojekte abgesagt und Arbeitsplätze gefährdet werden, um Bäume zu schützen, aber andererseits ein zusätzliches Verkehrsmittel unreflektiert für die Spaßgesellschaft eingeführt werden soll, das sich im Einsatz als Klimakiller erweisen könnte. Das ist keine glaubwürdige Klima- und Umweltpolitik, sondern Augenwischwerei“, so Bleines abschließend.