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25. Oktober 2019

Mehr Linien statt W-LAN

Angesichts der Pläne der Jamaika-Koalition zur Einrichtung von freiem W-LAN in Bussen, regt die Linksfraktion im Stadtrat an, freie Haushaltsmittel für den ÖPNV zu allererst einmal zur Verbesserung des Streckennetzes und der Taktung einzusetzen und freies W-LAN in der Priorität zurück zu stellen. Der Fraktionsvorsitzende Michael Bleines erläutert:

„Es ist doch kurios: die Landeshauptstadt ist hoch verschuldet, der Individualverkehr belastet zunehmend unsere Straßen, Autoabgase belasten Gesundheit und Umwelt, zunehmender Spritverbrauch steigert den CO2-Ausstoß – aber vorhandene Haushaltsmittel sollen nach Vorstellung der Grünen zur Einrichtung eines freien W-LANS in Bussen eingesetzt werden. Ich kann nachvollziehen, wenn jeder Grüner sich gerne im Bus durch die Pflege seiner Facebook-Kontakte von den Problemen der Stadt ablenken möchte; wir möchten hingegen lieber die Probleme lösen, ohne uns davon ablenken zu lassen.“

Es wäre, so Bleines, sinnvoller, wenn geprüft würde, ob diese Mittel vielleicht für eine bessere Taktung der Busse oder den Ausbau des Streckennetzes eingesetzt werden könnten. Für manche Saarbrücker sei die Frage nach einem kostenlosen Internetzugang weniger bedeutend als die Frage nach einer Anbindung an das öffentliche Nahverkehrsnetz.

„Grundsätzlich begrüßen wir die Einrichtung von freien W-LAN-Netzen – auch im ÖPNV. Aber warum sollte ein Bürger W-LAN im Bus anwenden wollen, wenn ihm eine sinnvoll nutzbare Busverbindung fehlt. Man sollte hier einen Schritt nach dem anderen machen; und zwar in sinnvoller Reihenfolge: zuerst der Ausbau des Streckennetzes, dann der Ausbau des W-LAN-Netzes“, so Bleines abschließend.