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16. Mai 2017

Saarbrücker Filmhaus: Stotternder Kaltstart statt zügigem Neubeginn

Lothar Schnitzler, kulturpolitischer Sprecher der Stadtratsfraktion DIE LINKE, nimmt zu der neuen Organisationsstruktur für das Filmhaus ab 10. Juni 2017 wie folgt Stellung:

„Der jetzt dem Kulturausschuss und dem Stadtrat vorgelegte Beschlussvorschlag setzt die Reihe der Aussetzer des Kulturdezernenten nahtlos fort. Nachdem bisher jegliche Absprachen und Versprechungen des Kulturdezernenten Thomas Brück nicht eingehalten wurden, geht die Provinzposse, trotz europaweiter Ausschreibung auf der Suche nach einem Betreiber des Kommunalen Filmhauses in der Mainzerstraße weiter. Nur ein einziger Bieter konnte die sehr speziellen Bedingungen der Ausschreibung erfüllen. Wen wundert, dass es sich dabei um einen bereits im Vorfeld vielfach Genannten handelt? War in allen Vorabsprachen seitens des Dezernenten von einer Vertragslaufzeit von einem Jahr die Rede, wird jetzt eine Laufzeit des Vertrages mit dem Bewerber von vier Jahren vorgeschlagen. Wo die in der Vorlage festgestellten ‚kostenreduzierenden Synergieeffekte’ liegen, bleibt Geheimnis des Kulturdezernenten. Die von der Linksfraktion vermutete Summe von 100.000 Euro im Jahr zur Vergütung von Leistungen liegt anscheinend nahe am Vertragsentwurf. Die Vergabe der Leistungen, die einen Film pro Tag vorsehen, bedeutet de facto die Privatisierung einer städtischen Einrichtung und wird von der LINKEN abgelehnt. Die Stelle der neuen Leiterin wird auf 38 Wochenstunden angehoben, eine volle und eine 30-Stunden-Stelle verbleiben im Filmhaus. Was da noch an Gehaltskosten eingespart werden kann, wird wohl weit weg von der in der Vorlage genannten Summe sein. Obwohl das Amt für kommunale Filmwirtschaft erst zum 10. Juni aufgelöst wird, wurde dessen Leiter bereits in das Stadtarchiv versetzt und das Filmhaus geschlossen und nicht, wie in der Vorlage behauptet, lediglich in der Zeit zwischen dem 23. Mai und dem 8. Juni 2017. Kein Wort in der Vorlage zu den Kosten der notwendigen Umbaumaßnahmen, um das Filmhaus barrierefrei zu gestalten. Keine Aussage zur Gestaltung und Nutzung des Innenhofes mit seinen angrenzenden Gebäuden. Was bleibt ist ein Vorführraum als kommunales Filmhaus. Ein positiver Neubeginn mit Strahlkraft sieht anders aus. Abgenudelte Filme, die zuvor im kommerziellen Kino des einzigen Bewerbers liefen, dürften dafür wenig hilfreich sein.“