19.10.2011
Das Saarland hat dem Bergbau und den Bergleuten unglaublich viel zu verdanken. Ohne diese mutigen Menschen wäre diese Region nicht nach vorne gekommen, hätten wir auch den Aufbau nach dem Krieg nicht bewältigt, hätten viele keinen Job, kein Geld, nichts zu beißen und schon gar keine Wärme gehabt – und zwar in der ganzen Bundesrepublik. Diese Menschen haben unter Tage ihr Leben riskiert und ihre Gesundheit gefährdet. Das sollten wir nicht vergessen. Schlimm genug, dass die CDU-Landesregierung völlig überhastet das Bergbau-Aus beschlossen hat – ohne Rücksicht auf die Menschen, die davon leben. Rund 2000 Saarländer wurden geradezu aus dem Land getrieben und nach Ibbenbüren verbannt. Familien werden so auseinandergerissen. Ein unrühmliches Ende für ein stolzes Kapitel der saarländischen Geschichte. Jetzt ist die Landesregierung auch noch völlig unfähig, die Erinnerung an diesen wichtigen Teil unseres kulturellen Erbes lebendig zu halten, wie man am Beispiel Velsen sieht. Das Land gibt keinen Cent, um das Bergwerk zu erhalten und zu einem spannenden Erlebnis-Ort zu machen. Im Mai nächsten Jahres endet die saarländische Bergbau-Geschichte, und Jamaika hat noch nicht mal ein Gutachten in Auftrag gegeben, um zu prüfen, was man mit den ehemaligen Bergbau-Flächen im Land anfangen könnte. Ich habe schon vor Monaten im Landtag eine entsprechende Anfrage gestellt, aber Jamaika hat offenbar kein Interesse an Bergbau-Tradition. Dass jetzt engagierte Privatleute in einem Trägerverein das Bergwerk Velsen übernehmen, zeigt, wie sehr die Saarländer mit der Kohle verbunden sind. Aber eigentlich wäre das Land gefordert. Wer Millionen für Gondwana und den Ferienpark am Bostalsee ausgibt, der sollte auch Velsen nicht vergessen – ein wichtiges Kulturerbe dieser Region.