
„Wir schlagen Schaum - wir seifen ein. Wir waschen unsre Hände wieder rein“. Dieses Lied von Ernst Busch ist zwar schon ein paar Jahrzehnte alt, aber es scheint, als wäre es für die aktuelle Atomdebatte geschrieben worden. Denn da wird ja zurzeit viel Schaum geschlagen. Union und FDP boxen zuerst, 25 Jahre nach Tschernobyl, mit aller Macht eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke durch, um sie dann für drei Monate wieder auf Eis zu legen. Offizielle Begründung: Man könne dieses „Innehalten“ nutzen, um grundsätzlich über die Atomkraft nachzudenken. Vorher hatte man also wohl nicht richtig nachgedacht. Nicht, als Frau Merkel noch Ministerin für Umwelt und Reaktorsicherheit war, nicht als man die Laufzeiten der AKW verlängert hat. Oder war es nur ein plumper Wahlkampftrick? Aber auch woanders wird munter Schaum geschlagen. Die Grünen wollen jetzt einen völligen Ausstieg aus der Atomkraft bis 2017 – also innerhalb von sechs Jahren. Recht haben sie. Nur: Als sie selbst die Möglichkeit dazu hatten, zu Zeiten der rot-grünen Bundesregierung, haben sie nur einen Minikompromiss vorgelegt, einen unendlich langsamen Ausstieg, der gleich schon die Möglichkeit des Wiedereinstiegs beinhaltete. (Weiterlesen)