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17.08.2011

Saarbrücken muss behindertengerechter werden

Eine neue Erfahrung führt manchmal zu ganz ungewohnten Einsichten. Nach einem Oberschenkelhalsbruch war ich Anfang letzten Jahres vorübergehend auf eine Krücke angewiesen. Und musste feststellen, dass man es damit in unserer Stadt nicht immer leicht hat. Da steht man in öffentlichen Gebäuden, im Theater oder Behörden auf einmal vor steilen Treppen, ein Aufzug fehlt. Menschen, die noch gut zu Fuß sind, machen sich meistens gar keine Gedanken darüber. Mir geht es längst wieder gut, aber viele Menschen in unserer Stadt sind dauerhaft gehbehindert, sind etwa auf einen Rollstuhl angewiesen. Und für sie stellen auch ein paar Stufen, ein enger Gang oder eine fehlende Behindertentoilette ein großes Hindernis dar. Natürlich ist schon viel passiert in den letzten Jahren. Aber damit Saarbrücken wirklich eine Stadt für alle wird, müssen wir auch neue Wege beschreiten. In Berlin hat der Verein „Sozialhelden“ eine Internetseite aufgebaut, auf der Menschen mit Behinderungen über behindertengerechte Orte in ihrer Stadt informiert werden. Gleichzeitig können diese Menschen dort selbst in einer online-Karte die Gebäude und Plätze eintragen, an denen es noch keinen behindertengerechten Zugang gibt. „Wheelmap.org“ heißt diese Seite. Auch in Fürth soll sie jetzt mit Informationen gefüttert werden. Ich denke, das wäre eine gute Idee für Saarbrücken. So können sich behinderte Menschen vorher zuhause informieren und stehen nicht plötzlich vor steilen Treppen ohne Aufzug. Und vor allem kann so auch die Stadtverwaltung direkt sehen, an welchen Stellen dringend etwas unternommen werden muss. Menschen mit Behinderungen werden dadurch auch endlich als Ratgeber ernst genommen und können sich direkt einbringen und beteiligen. Ich würde mir wünschen, dass dieses Projekt auch über alle Parteigrenzen hinweg Zustimmung findet.

 

Saarbrücken noch behindertengerechter machen!

Albrecht E. Arnold / pixelio.de

Neue Wege für eine behindertengerechte Stadt: Nachdem Studenten der HTW mehrere Mängel in Saarbrücken aufgezeigt haben, schlägt die Fraktion DIE LINKE vor, dass die Landeshauptstadt auf einer eigenen Internetseite Menschen mit Behinderungen über behindertengerechte Orte in ihrer Stadt informiert. Gleichzeitig sollen diese Menschen dort selbst in einer online-Karte die Gebäude und Plätze eintragen können, an denen es noch keinen behindertengerechten Zugang gibt. So etwas gibt es bereits in Berlin und heißt dort 'wheelmap.org'. So können sich behinderte Menschen vorher zuhause informieren und stehen nicht plötzlich vor steilen Treppen ohne Aufzug. Und vor allem kann so auch die Stadtverwaltung direkt sehen, an welchen Stellen dringend etwas unternommen werden muss. Menschen mit Behinderungen werden dadurch auch endlich als Ratgeber ernst genommen und können sich direkt einbringen und beteiligen.