Zurück zur Startseite

18.07.2012

Gleiche Rechte für alle

Am Wochenende findet wieder einmal der Christopher-Street-Day in Saarbrücken statt. Am Sonntag ist die Stadt dann nicht nur bunt und schrill, wie es in den Medien nachher immer heißt. Sie ist vor allem auch in ihrer guten Mischung aus Homosexuellen und Heterosexuellen, aus Alt und Jung, laut und leise ein Beispiel für einen gelungenen Mix. Die Botschaft dieses Tages lautet: Wir alle sind die Stadt Saarbrücken. Der Christopher-Street-Day geht bekanntlich auf das Jahr 1969 zurück, als sich in New York erstmals schwule Männer gegen Polizeischikanen wehrten. Seitdem ist viel passiert, keine Frage. Der Paragraf 175, der Beziehungen zwischen Männern verbot, ist 1969 entschärft und 1993 ganz abgeschafft worden. Und doch kämpfen Schwule und Lesben an diesem Tag nach wie vor zu Recht selbstbewusst für gleiche Rechte. Denn es gibt noch viel zu tun. Während Länder wie Spanien, Großbritannien oder Belgien die Ehe auch für homosexuelle Paare geöffnet haben, bleibt Schwulen und Lesben in Deutschland nur die sogenannte Homo-Ehe mit weniger Rechten. Schwule und lesbische Lebenspartner werden bei der Einkommenssteuer weiterhin wie völlig Fremde besteuert. Und obwohl „schwul“ das schlimmste Schimpfwort auf den Schulhöfen darstellt, findet sich das Thema Homosexualität und Respekt gegenüber allen Menschen nach wie vor nicht in den saarländischen Lehrplänen wieder. Die neue große Koalition im Land hat dem Bereich Gleichstellung Homosexueller in ihrem Koalitionsvertrag nur einen winzigen Abschnitt voller nichtssagender Sätze gewidmet – offenbar ist dies kein Thema für SPD und CDU. Und offenbar wollen sie sich auch nicht auf Bundesebene für Steuer- und Chancengerechtigkeit einsetzen.

22.07.2012

CSD 2012

Sonntag, 22. Juli, ab 14 Uhr an der Congresshalle:

20.07.2011

Gleiche Rechte für alle Menschen

Der saarländische Landtag hat im Mai einstimmig eine wichtige Entscheidung getroffen: In der Landesverfassung ist jetzt eindeutig geregelt, dass auch Schwule und Lesben nicht wegen ihrer sexuellen Identität benachteiligt oder bevorzugt werden dürfen. Damit ist das Saarland das fünfte Bundesland, das ein solches Diskriminierungs-Verbot für Homosexuelle in die Verfassung aufgenommen hat – nach Thüringen, Berlin, Brandenburg und Bremen. Ein wichtiges Zeichen, auch wenn es recht spät kommt. Nach wie vor ist „schwul“ eines der schlimmsten und am häufigsten gebrauchten Schimpfwörter auf den Schulhöfen dieser Republik. Nach wie vor haben homosexuelle Lebenspartnerschaften zwar dieselben Pflichten aber weit weniger Rechte als heterosexuelle Ehepartner. Und die schwarz-gelbe Bundesregierung weigert sich beharrlich, das zu ändern. Der Europäische Gerichtshof hat Deutschland deshalb schon gerügt – und geurteilt, dass homosexuelle Lebenspartner bei der Rente nicht schlechter gestellt werden dürfen. Schon letztes Jahr hat das Bundesverfassungsgericht erklärt, dass es verfassungswidrig ist, wenn schwule und lesbische Paare bei der Erbschaftssteuer wie Fremde besteuert werden. Man sieht also: Es tut sich etwas. Viel ist schon passiert – aber es muss auch noch viel passieren, damit es endlich gleiche Rechte für gleiche Liebe gibt. Daran sollten wir denken – nicht nur jetzt am Wochenende, wenn wieder der Christopher-Street-Day in Saarbrücken stattfindet. Respekt und Offenheit gegenüber allen Menschen ist ein Thema, das uns jeden Tag beschäftigen sollte. Wir sollten uns dabei an Artikel 1 des Grundgesetzes erinnern: Die Würde des Menschen ist unantastbar – das gilt für alle Menschen.

 

Christopher-Street-Day 2011

Am Samstag, 23. Juli, hat wieder die Podiumdiskussion zum Christopher-Street-Day stattgefunden. Dabei war Harald Schindel für die Partei DIE LINKE auf dem Podium. Er forderte, dass das Land Aufträge und Fördermittel nur noch an Unternehmen und Einrichtungen vergeben sollte, die Schwule und Lesben nicht diskriminieren. Außerdem sollte Homosexualität fächerübergreifend endlich Thema in den Lehrplänen werden. Dafür müssten aber auch Lehrer entsprechend geschult werden. Zudem forderte er eine vollständige Gleichstellung homosexueller Lebenspartner in allen Bereichen - auch bei der Einkommenssteuer.

Hier gibts Bilder vom Christopher-Street-Day 2011

 

CSD 2011

21.07.2010

Respekt und Offenheit gegenüber allen Menschen

Am Wochenende ist es wieder soweit: Ein großer bunter Zug wird sich durch die Saarbrücker Innenstadt bewegen, Lesben, Schwule, Bisexuelle werden gemeinsam mit Heterosexuellen feiern. Der Christopher-Street-Day ist längst schon eine anerkannte Institution in der Landeshauptstadt, eine feste Größe im Veranstaltungskalender. Im letzten Jahr kamen rund 20.000 Menschen aus der ganzen Region. Eine große bunte Party, die immer vom gegenseitigen Respekt getragen werden sollte. Eine solche Veranstaltung steht der Landeshauptstadt gut zu Gesicht, und es ist wichtig, dass sich die Homosexuellen, die ansonsten ja eine Minderheit sind, an diesem Tag darstellen können – solange dabei nicht übertrieben und zu sehr provoziert wird.

Der CSD zeigt uns allen, wie sich die Gesellschaft in den letzten Jahren gewandelt hat, wie viel offener sie geworden ist. Gleichzeitig bleibt aber auch noch viel zu tun. Wir sind von einer Normalität im Umgang mit Schwulen und Lesben noch immer weit entfernt. Es gibt leider immer noch viele Ungerechtigkeiten und Diskriminierungen. Ich denke an Spanien, wo die Rechte der Homosexuellen voll anerkannt werden. Hier heißt es leider bislang: Schwule und Lesben, die eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen, haben zwar dieselben Pflichten wie verheiratete Hetero-Paare, aber weniger Rechte. Respekt und Offenheit gegenüber allen Menschen, das ist ein Thema, das uns nicht nur am Christopher-Street-Day beschäftigen sollte. Ein Thema, das unbedingt auch in der Schule behandelt werden sollte.

Rolf Linsler im "Wochenspiegel" vom 21. Juli 2010