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Pressemitteilung zum internationalem Tag der Jugend

Wenn Kinder die Zukunft sind – was investieren wir in sie?

 

Alle reden immer darüber, dass die Jugend unsere Zukunft ist. Die Jugend ist allerdings nicht nur die Zukunft, sondern bereits Teil der heutigen Gesellschaft.

Fynn Marschler (Sprecher der Linksfraktion im Saarbrücker Stadtrat für Kinder, Schule und Jugend) argumentiert: Wir haben in Saarbrücken über 20.000 junge Menschen im Alter zwischen 14 und 24 Jahren. Seit fast 100 Jahren stand keine Generation mehr vor größeren Herausforderungen, und wir tun für ihre Startbedingungen bei weitem nicht unser Möglichstes. Die Stadt, der Regionalverband und das Land können hier die besten Rahmenbedingungen stellen.“

Damit Jugendliche in unserem demokratischen System ankommen können, wäre es angemessen, dass ihre Meinungen wahrgenommen und in politische Prozesse eingebunden werden.

Junge Menschen, die auf unseren Plätzen, Straßen und Parks ihre Freizeit verbringen, werden in der Diskussion hauptsächlich als Störfaktor gesehen. Was in diesem Zusammenhang oft und gerne ausgeblendet wird ist allerdings die Frage: wenn Jugendzentren, Sportplätze und Freizeitanlagen entweder in einem erbarmungswürdigen Zustand sind, private Betreiber den Eintritt unerschwinglich machen oder die Einrichtungen schlicht nicht existieren – wo sollen sie denn hin?

Aber auch etwas so simples wie Akzeptanz ist nur ein Aspekt unter vielen; neben Mobilität, Wohnraum, Jugendarbeitslosigkeit und Armut.

Bei Befragungen stellte sich häufig heraus, dass – gerade bei jugendlichen Ausbildungsbewerbern, die noch zu jung für den Führerschein sind und außerhalb der Ballungsgebiete wohnen – Berufsausbildungen häufig schon daran scheitern, dass sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln unmöglich pünktlich zur Arbeit kommen können.

In den Ballungsgebieten selbst steht man häufig vor einem anderen Problem: in einigen Stadtteilen wie Malstatt zum Beispiel ist der Mietspiegel innerhalb von zehn Jahren um 50% gestiegen – für Studenten oder Azubis nicht mehr stemmbar, wenn sie keine betuchten Eltern haben. Eines von vielen Beispielen dafür, dass nicht Migration oder Sozialstaat unseren Standort abwürgen, sondern Profitgier.

Als letzter Punkt sieht Fynn Marschler die Jugendarbeitslosigkeit und -armut. So stehen auf dem Ausbildungsmarkt etwa 1.700 Stellen offen und 1.500 Jugendlichen, die noch auf Stellensuche sind. „Anstatt dass die Politik abwechselnd das eine und das andere beklagt, sollten wir lernen in Zusammenhängen zu denken. Wir können sowohl Arbeitslosigkeit als auch Fachkräftemangel bekämpfen – wenn wir endlich investieren anstatt zu hoffen, dass sich die Probleme irgendwann in Luft auflösen.“

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