Pressemitteilung zum Weltkindertag
Gutes Aufwachsen braucht eine starke öffentliche Infrastruktur
Zum Weltkindertag will die Fraktion Die Linke im Saarbrücker Stadtrat an die öffentliche Fürsorgepflicht gegenüber unseren jüngsten Mitbürgern erinnern.
Fynn Marschler, schul- und jugendpolitischer Sprecher der Fraktion, meint: ,,Der Staat hat laut Grundgesetz eine Wächterfunktion, wie Eltern ihrer Verantwortung für ihre Kinder nachkommen. Da sollte man auch hinterfragen, welche Verantwortung die staatliche Gemeinschaft selbst gegenüber Kindern und ihren Eltern hat.“
Familien stehen massiv unter Druck.
Der Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung geh daher grundsätzlich in die richtige Richtung. Dafür müssen Kitas und Schulen personell, räumlich und finanziell so ausgestattet sein, dass sie ihrem Bildungs- und Betreuungsauftrag auch tatsächlich gerecht werden können.
Das heißt konkret: Wir brauchen multiprofessionelle Teams an unseren Kitas und Schulen und einen echten Kita- und Schulbauboom. Die Einrichtungen müssen darüber hinaus eigene finanzielle Handlungsspielräume erhalten, um auf die konkreten Bedürfnisse der Kinder vor Ort reagieren zu können.
Zu einem guten Aufwachsen gehört aber mehr als Bildung, Betreuung und Erziehung. Kinder haben ein Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung. Dafür braucht es in Saarbrücken ausreichend Orte, an denen Kinder ihre Freizeit verbringen und sich ausprobieren können - unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern. Spielplätze, Sport-, Kultur- und Freizeitangebote müssen deshalb für alle.
Saarbrücken zeigt mit Kids bereits, wie kostenlose, dezentrale und vielfältige Freizeit- und Bildungsangebote für Kinder funktionieren können. Der nächste Schritt ist, dieses Prinzip sozialräumlich abzusichern und stärker auf Jugendliche und selbstbestimmte Freizeit zu übertragen.
Stadtverordneter Marschler sieht allerdings nicht nur die Stadt in der Verpflichtung: ,,Da müssen auch Bund, Land und Regionalverband ordentlich mitfinanzieren und auch die Gesetzgebung anpassen, damit ein gutes Leben auch für unsere jungen und politisch unterrepräsentierten Bürger erreichbar ist.“
