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Unter Feuer: Klima und Solidargesellschaft

Es ist Pfingsten, und bereits jetzt herrschen Temperaturen wie früher im August. Inzwischen können selbst die vehementesten Klimawandelleugner und Chemtrailhypochonder die Erhitzung des Planeten nur noch schwer leugnen. Die Kehrseite der Medaille: Müssen sie jetzt auch nicht mehr, das Kind ist ja ein Stück weit bereits in den Brunnen gefallen. Seit Jahren verschiebt sich die Diskussion weg vom Aufhalten des Treibhauseffekts hin zur Frage, wie man damit lebt. Nun, wenn man Pech hat, überhaupt nicht; das Umweltbundesamt errechnet inzwischen rund 3.000 hitzebedingte Todesfälle pro Jahr. [1]

Der Punkt, an dem wir das Debakel hätten stoppen können, ist überschritten, weil Gewinnerwartungen gerade wichtiger waren. Die Bahn konnte die Menschen jahrzehntelang nicht preiswert von A nach B bringen, weil die Dividenden sonst geschrumpft wären, der CO2 – Ausstoß der Autos wurde nicht gesenkt, weil die Regierung sich nicht gegen die Autolobby durchsetzen konnte und beim Thema Elektromobilität lassen uns die Chinesen seit Jahren an der Ampel stehen, weil die zuständigen Entscheidungsträger in Berlin und Brüssel ständig abwechselnd auf Gas und Bremse stehen. Das mit dem Klimawandel war einfach gerade ungünstig. Tut uns leid, der muss ein andermal wiederkommen.

Schlagwörter, die einem bei der Zeitungslektüre immer häufiger in Auge springen, sind „Waldbrandgefahr“ oder „Hautkrebsrisiko“. Allmählich dämmert, worauf wir uns freuen können. Aber von den offensichtlichen Auswirkungen abgesehen: Im Nachgang von Umweltkatastrophen erlebt man häufig ein interessantes Phänomen: das Erstarken rechter Parteien.

Klingt ironisch, war aber sowohl im Ahrtal der Fall als auch zum Beispiel in den USA nach den Hurrikans an der Ostküste. Die Häuser der Menschen sind hinüber, Versicherungen spielen auf Zeit, Leute warten jahrelang auf eine Entschädigung und erhalten sie oftmals nie. Stichwort Gewinnerwartungen, ganz nebenbei. Das ist exakt die Sorte bürokratisierter Hilflosigkeit, auf der Rechtspopulismus gedeiht.

Dazu die Vorsitzende der Saarbrücker Linksfraktion, Jasmin Pies: „Wir müssen den Schaden, den der Klimawandel in unseren Städten anrichtet, so gut wie möglich begrenzen, ebenso wichtig ist allerdings, den Menschen, die unmittelbar von seinen Folgen betroffen sind, so gut wie möglich zu helfen. Gerade in den schwierigen Zeiten brauchen wir die Solidarsysteme, die derzeit unter Druck stehen, am meisten.“

 

 

Quellen:

[1] https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/umweltbundesamt-veroeffentlicht-studie-zu

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